Dieser Artikel ist Ihr umfassender Leitfaden für effektives und sicheres Schultertraining mit Kurzhanteln. Erfahren Sie, welche Übungen Ihre Schultern von allen Seiten stärken, wie Sie diese korrekt ausführen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten, um beeindruckende Schultern aufzubauen und Verletzungen vorzubeugen.
Schulterübungen mit Hanteln So trainieren Sie sicher und zielgerichtet für maximale Ergebnisse
- Der Deltamuskel besteht aus drei Köpfen (vorderer, seitlicher, hinterer), die alle für eine runde und funktionale Schulter trainiert werden müssen.
- Grundübungen wie Schulterdrücken sind essenziell für Kraft und Masse, während Isolationsübungen wie Seitheben die Breite und Definition fördern.
- Vernachlässigen Sie niemals die hintere Schulter (z.B. mit vorgebeugtem Seitheben), um Dysbalancen und Haltungsproblemen vorzubeugen.
- Achten Sie stets auf eine saubere Technik, vermeiden Sie Schwung und wählen Sie ein angemessenes Gewicht, um Verletzungen zu verhindern.
- Für den Muskelaufbau sind 8-12 Wiederholungen für Grundübungen und 12-20 Wiederholungen für Isolationsübungen bei 2-4 Sätzen pro Übung optimal.
Die Anatomie verstehen: Lernen Sie Ihre drei Schultermuskeln kennen
Wenn wir von der Schulter sprechen, meinen wir im Fitnesskontext meist den Deltamuskel, auch Musculus deltoideus genannt. Dieser Muskel ist entscheidend für die Ästhetik und Funktionalität Ihrer Schultern und besteht aus drei unterschiedlichen Köpfen, die alle spezifische Aufgaben erfüllen:
- Der vordere Kopf (Pars clavicularis): Dieser Teil ist für das Heben des Arms nach vorne (Flexion) und die Innenrotation zuständig. Er wird oft bei Brustübungen und vielen Drückbewegungen stark beansprucht.
- Der seitliche Kopf (Pars acromialis): Er ist der Hauptverantwortliche für das seitliche Abspreizen des Arms (Abduktion) und verleiht der Schulter ihre Breite und runde Form. Für die begehrte V-Form ist dieser Teil unerlässlich.
- Der hintere Kopf (Pars spinalis): Dieser Kopf ist für das Heben des Arms nach hinten (Extension) und die Außenrotation zuständig. Er wird oft vernachlässigt, was zu muskulären Dysbalancen und Haltungsproblemen führen kann.
Aus meiner Erfahrung als Trainer kann ich Ihnen versichern: Für eine ästhetische, runde und vor allem funktionell starke Schulter ist es unerlässlich, alle drei Köpfe gezielt zu trainieren. Ein Ungleichgewicht kann nicht nur optisch störend sein, sondern auch das Verletzungsrisiko erhöhen und die Haltung negativ beeinflussen.
Vorteile des Kurzhanteltrainings: Mehr Bewegungsfreiheit und Ausgleich von Dysbalbalancen
Das Training mit Kurzhanteln bietet gegenüber Langhanteln oder Maschinen spezifische Vorteile, die ich in meinen Trainingsplänen immer wieder hervorhebe:
- Größere Bewegungsfreiheit: Kurzhanteln erlauben eine natürlichere und individuellere Bewegungsausführung. Ihre Gelenke können sich in einem größeren und für Sie angenehmeren Bewegungsradius bewegen, was das Verletzungsrisiko minimieren kann.
- Ausgleich muskulärer Dysbalancen: Da jede Seite unabhängig voneinander trainiert wird, können Sie gezielt Schwächen einer Schulter ausgleichen. Mit einer Langhantel würde die stärkere Seite oft die Arbeit der schwächeren übernehmen.
- Erhöhte Rumpfstabilität: Viele Kurzhantelübungen, insbesondere die stehenden Varianten, erfordern eine stärkere Aktivierung der Rumpfmuskulatur, um den Körper zu stabilisieren. Das führt zu einem ganzheitlicheren Training.
- Verbesserte Koordination: Das Handling von zwei separaten Gewichten schult die inter- und intramuskuläre Koordination, was sich positiv auf Ihre allgemeine Leistungsfähigkeit auswirkt.
Ich persönlich schätze die Flexibilität von Kurzhanteln sehr, da sie es mir ermöglichen, auf individuelle Bedürfnisse und körperliche Voraussetzungen meiner Klienten einzugehen.

Das Fundament für Kraft und Masse: Schulterdrücken mit Kurzhanteln
Das Schulterdrücken mit Kurzhanteln ist für mich eine der Königsdisziplinen im Schultertraining. Es ist eine fundamentale Verbundübung, die nicht nur Masse und Kraft in den Schultern aufbaut, sondern auch den Trizeps und den oberen Trapezmuskel stark beansprucht. Primär zielt es auf den vorderen und seitlichen Deltamuskel ab, was es zu einem echten Allrounder macht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die perfekte Ausführung im Sitzen
Die sitzende Variante des Schulterdrückens bietet maximale Stabilität und ermöglicht eine hervorragende Isolation der Schultermuskulatur. So führen Sie sie korrekt aus:
- Startposition: Setzen Sie sich auf eine Hantelbank mit Rückenlehne. Nehmen Sie in jede Hand eine Kurzhantel und platzieren Sie diese auf Ihren Oberschenkeln. Mit Schwung heben Sie die Hanteln nacheinander auf Schulterhöhe an, sodass Ihre Handflächen nach vorne zeigen. Ihre Oberarme sollten parallel zum Boden sein, die Unterarme senkrecht. Achten Sie auf einen geraden Rücken und stabilisieren Sie Ihren Rumpf.
- Die Aufwärtsbewegung: Drücken Sie die Hanteln kontrolliert und kraftvoll nach oben, bis Ihre Arme fast vollständig gestreckt sind. Wichtig: Strecken Sie die Ellenbogen am obersten Punkt nicht komplett durch, um die Gelenke zu schonen und die Spannung im Muskel zu halten.
- Die Abwärtsbewegung: Führen Sie die Hanteln langsam und kontrolliert wieder in die Startposition zurück. Lassen Sie die Hanteln nicht einfach fallen, sondern widerstehen Sie dem Gewicht aktiv.
- Atmung: Atmen Sie beim Hochdrücken aus und beim Herablassen der Hanteln ein.
Die stehende Variante: Eine Herausforderung für mehr Rumpfstabilität
Die stehende Variante des Schulterdrückens ist eine anspruchsvollere Ausführung, die ich fortgeschrittenen Athleten empfehle. Sie erfordert eine deutlich höhere Rumpfstabilität, da der gesamte Körper das Gewicht stabilisieren muss. Neben den Schultern werden hierbei auch die Bauch- und untere Rückenmuskulatur stärker aktiviert, um eine aufrechte Haltung zu gewährleisten. Die Ausführung ist prinzipiell dieselbe wie im Sitzen, nur dass Sie Ihren gesamten Körper aktiv anspannen müssen, um nicht ins Hohlkreuz zu fallen oder zu schwanken. Das ist eine hervorragende Übung für funktionale Kraft!
Vermeidbare Fehler: Kein Hohlkreuz und der richtige Bewegungsumfang
Beim Schulterdrücken sehe ich leider immer wieder dieselben Fehler. Achten Sie auf Folgendes, um sicher und effektiv zu trainieren:
- Hohlkreuz: Ein häufiger Fehler, besonders bei zu hohem Gewicht oder mangelnder Rumpfspannung. Dies belastet die Lendenwirbelsäule unnötig. Drücken Sie Ihren unteren Rücken aktiv gegen die Lehne (im Sitzen) oder spannen Sie den Bauch fest an (im Stehen), um ein Hohlkreuz zu vermeiden.
- Durchgestreckte Ellenbogen: Am obersten Punkt der Bewegung die Ellenbogen komplett durchzustrecken, setzt die Gelenke unter unnötigen Stress. Behalten Sie immer eine leichte Beugung bei, um die Spannung im Muskel zu halten und Ihre Gelenke zu schützen.
- Zu viel Gewicht: Einer der größten Fehler. Wenn Sie zu schwere Hanteln wählen, opfern Sie die Technik und holen Schwung aus dem Rücken oder den Beinen. Das reduziert die Effektivität für die Schultern und erhöht das Verletzungsrisiko massiv. Wählen Sie ein Gewicht, das Ihnen 8-12 saubere Wiederholungen ermöglicht.
- Unvollständiger Bewegungsumfang: Die Hanteln nicht tief genug abzulassen, verkürzt den Arbeitsweg des Muskels. Führen Sie die Hanteln bis auf Schulterhöhe oder leicht darunter, um den vollen Nutzen aus der Übung zu ziehen.

Für die V-Form: So meisterst du das Seitheben für breite Schultern
Wenn Sie von breiten, runden Schultern träumen, ist das Seitheben (Lateral Raises) Ihre Geheimwaffe. Diese Isolationsübung zielt spezifisch auf den seitlichen Deltamuskel ab, der maßgeblich für die Breite und die kugelige Form Ihrer Schultern verantwortlich ist. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass kaum eine Übung den seitlichen Kopf so effektiv isoliert wie diese.
Die Technik im Detail: So isolieren Sie den seitlichen Deltamuskel perfekt
Die korrekte Ausführung ist beim Seitheben entscheidend, um den seitlichen Deltamuskel optimal zu treffen und Schwung zu vermeiden:
- Startposition: Nehmen Sie in jede Hand eine Kurzhantel und stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander. Die Hanteln hängen an Ihren Seiten, die Handflächen zeigen zum Körper. Beugen Sie die Ellenbogen leicht an und halten Sie diese Beugung während der gesamten Übung bei.
- Die Aufwärtsbewegung: Heben Sie die Arme seitlich nach oben, als ob Sie Wassergläser ausgießen würden das heißt, die Handgelenke sind leicht unterhalb der Ellenbogen. Führen Sie die Bewegung langsam und kontrolliert aus, bis die Arme parallel zum Boden sind oder leicht darüber. Der Fokus liegt darauf, die Bewegung aus den Schultern zu initiieren, nicht aus den Armen.
- Die Abwärtsbewegung: Senken Sie die Hanteln ebenso langsam und kontrolliert wieder in die Ausgangsposition ab. Widerstehen Sie dem Gewicht aktiv und lassen Sie es nicht einfach "fallen".
- Atmung: Atmen Sie beim Heben der Hanteln aus und beim Absenken ein.
Sitzend oder stehend? Welche Variante für welches Ziel die beste ist
Beide Varianten haben ihre Berechtigung, und ich nutze sie je nach Trainingsziel:
- Sitzendes Seitheben: Bietet eine höhere Stabilität, da der Rumpf durch die Sitzposition fixiert ist. Dies minimiert die Möglichkeit, Schwung zu holen, und ermöglicht eine noch bessere Isolation des seitlichen Deltamuskels. Ich empfehle es oft für Anfänger, um die Technik zu erlernen, oder für Fortgeschrittene, die wirklich den letzten Reiz setzen wollen.
- Stehendes Seitheben: Hier müssen Sie zusätzlich Ihre Rumpfmuskulatur aktivieren, um den Körper zu stabilisieren. Es ist funktionaler und beansprucht mehr Muskeln gleichzeitig. Allerdings ist die Gefahr größer, Schwung aus dem Oberkörper zu holen, wenn das Gewicht zu hoch ist. Für Fortgeschrittene, die auch an ihrer Rumpfstabilität arbeiten wollen, ist dies eine gute Wahl.
Typische Anfängerfehler: Warum Schwungholen Ihren Fortschritt sabotiert
Beim Seitheben sehe ich leider immer wieder die gleichen Fehler, die den Trainingserfolg mindern:
- Schwungholen: Der absolute Klassiker! Wenn Sie den Oberkörper nach hinten lehnen und die Hanteln mit Schwung nach oben befördern, übernimmt der Trapezmuskel einen Großteil der Arbeit, und der seitliche Deltamuskel wird kaum effektiv trainiert. Reduzieren Sie das Gewicht und konzentrieren Sie sich auf eine langsame, kontrollierte Bewegung.
- Zu viel Gewicht: Geht Hand in Hand mit dem Schwungholen. Der seitliche Deltamuskel ist ein kleinerer Muskel, der nicht für extrem schwere Lasten ausgelegt ist. Wählen Sie ein Gewicht, das Ihnen 12-20 saubere Wiederholungen ermöglicht.
- Arme zu gerade oder zu stark gebeugt: Halten Sie die leichte Beugung im Ellenbogen konstant. Zu gerade Arme belasten die Gelenke, zu stark gebeugte Arme verkürzen den Hebel und verringern die Effektivität.
- Schultern hochziehen: Wenn Sie beim Heben der Hanteln die Schultern zu den Ohren ziehen, übernimmt der obere Trapezmuskel. Versuchen Sie, die Schultern während der gesamten Bewegung unten zu halten.
Die oft vergessene Rückseite: Übungen für eine gesunde und starke hintere Schulter
Ich kann es nicht oft genug betonen: Das Training der hinteren Schulter ist absolut entscheidend und wird leider viel zu oft vernachlässigt! Viele konzentrieren sich auf die vordere und seitliche Schulter, was zu einem Ungleichgewicht führt. Ein starker vorderer Deltamuskel gepaart mit einem schwachen hinteren Deltamuskel kann zu Haltungsproblemen (Rundrücken, vorgezogene Schultern) und einem erhöhten Verletzungsrisiko, insbesondere für die Rotatorenmanschette, führen. Eine gut entwickelte hintere Schulter sorgt nicht nur für eine ausgewogene Ästhetik, sondern auch für eine gesunde und stabile Schulterfunktion.
Vorgebeugtes Seitheben: Die Königsdisziplin für den hinteren Deltamuskel
Das vorgebeugte Seitheben (Bent-Over Dumbbell Raise oder Reverse Fly) ist die Top-Übung, um den hinteren Deltamuskel gezielt zu trainieren. Zusätzlich werden auch der obere Rücken, insbesondere die Trapez- und Rautenmuskeln, beansprucht. Diese Übung sollte in keinem Schultertraining fehlen.
Anleitung für die sichere Ausführung: Den Rücken gerade halten ist das A und O
Die korrekte Ausführung ist hier besonders wichtig, um den unteren Rücken zu schützen und den hinteren Deltamuskel optimal zu treffen:
- Startposition: Nehmen Sie in jede Hand eine Kurzhantel. Beugen Sie Ihren Oberkörper aus der Hüfte heraus nach vorne, bis er nahezu parallel zum Boden ist. Halten Sie Ihren Rücken dabei gerade, mit einer leichten natürlichen Krümmung im unteren Rücken kein Rundrücken! Die Knie sind leicht gebeugt, die Hanteln hängen unter Ihrer Brust, die Handflächen zeigen zueinander.
- Die Aufwärtsbewegung: Heben Sie die Arme seitlich nach oben, als ob Sie mit den Ellenbogen die Decke berühren wollten. Die Bewegung kommt aus der hinteren Schulter. Führen Sie die Hanteln bis auf Schulterhöhe oder leicht darüber. Achten Sie darauf, die Arme nur leicht angewinkelt zu halten und die Bewegung nicht aus dem Schwung zu holen.
- Die Abwärtsbewegung: Senken Sie die Hanteln langsam und kontrolliert wieder in die Ausgangsposition ab. Spüren Sie die Dehnung im hinteren Deltamuskel.
- Atmung: Atmen Sie beim Heben der Hanteln aus und beim Absenken ein.
Alternative auf der Schrägbank: Mehr Stabilität für maximale Konzentration
Eine hervorragende Alternative zum stehenden vorgebeugten Seitheben ist die Ausführung auf einer Schrägbank. Stellen Sie eine Hantelbank in einem Winkel von etwa 30-45 Grad ein und legen Sie sich bäuchlings darauf. Dies bietet maximale Stabilität und eliminiert die Belastung auf den unteren Rücken. Sie können sich voll und ganz auf die Kontraktion des hinteren Deltamuskels konzentrieren und Schwung vollständig vermeiden. Ich empfehle diese Variante oft, um wirklich eine saubere Technik zu etablieren und den Muskel isoliert zu spüren.
Gezielte Definition: Den vorderen Schulterkopf mit Frontheben formen
Das Frontheben ist eine Isolationsübung, die, wie der Name schon sagt, gezielt den vorderen Deltamuskel beansprucht. Obwohl der vordere Kopf bereits bei vielen Drückübungen (wie dem Schulterdrücken oder Bankdrücken) aktiviert wird, kann das Frontheben dazu beitragen, ihn noch stärker zu definieren und eine volle, runde Schulter zu formen. Ich nutze diese Übung gerne, um den vorderen Kopf am Ende eines Workouts noch einmal gezielt zu ermüden.
Korrekte Technik: So vermeiden Sie es, den Nacken zu belasten
Beim Frontheben ist es besonders wichtig, auf eine saubere Technik zu achten, um den Nacken nicht unnötig zu belasten und den vorderen Deltamuskel effektiv zu isolieren:
- Startposition: Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander. Halten Sie eine Kurzhantel in jeder Hand vor Ihren Oberschenkeln, die Handflächen zeigen zum Körper. Spannen Sie Ihren Rumpf leicht an.
- Die Aufwärtsbewegung: Heben Sie die Hanteln mit gestreckten oder leicht gebeugten Armen langsam und kontrolliert direkt vor Ihrem Körper nach oben. Führen Sie die Bewegung, bis die Hanteln etwa auf Schulterhöhe sind. Achten Sie darauf, die Schultern unten zu lassen und nicht zum Nacken hochzuziehen.
- Die Abwärtsbewegung: Senken Sie die Hanteln ebenso langsam und kontrolliert wieder in die Ausgangsposition ab. Vermeiden Sie es, die Hanteln einfach fallen zu lassen.
- Atmung: Atmen Sie beim Heben der Hanteln aus und beim Absenken ein.
Einarmig oder beidarmig? Die Vor- und Nachteile der Varianten
Beide Ausführungen haben ihre Berechtigung:
- Beidarmiges Frontheben: Dies ist die gängigere Variante und ermöglicht es, beide vorderen Deltamuskeln gleichzeitig zu trainieren. Es ist effizient, da Sie beide Seiten in einem Satz bearbeiten.
- Einarmiges Frontheben: Diese Variante ist hervorragend geeignet, um muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Sie können sich voll und ganz auf eine Seite konzentrieren und sicherstellen, dass die schwächere Schulter nicht von der stärkeren dominiert wird. Zudem erfordert es eine höhere Rumpfstabilität, um ein Verdrehen des Oberkörpers zu verhindern. Wenn Sie das Gefühl haben, eine Seite ist stärker als die andere, empfehle ich definitiv die einarmige Ausführung.
Die All-in-One-Lösung: Wie die Arnold Press alle drei Schulterköpfe trainiert
Die Arnold Press, populär gemacht durch die Bodybuilding-Legende Arnold Schwarzenegger selbst, ist eine faszinierende Variante des Schulterdrückens. Ihre Besonderheit liegt in der einzigartigen Rotationsbewegung, die es schafft, alle drei Köpfe des Deltamuskels in einer einzigen Übung anzusprechen. Ich persönlich finde, sie ist eine der effektivsten Übungen für eine umfassende Schulterentwicklung.
Die Rotationsbewegung meistern: Eine detaillierte Anleitung
Die Arnold Press erfordert etwas Übung, um die Rotationsbewegung flüssig und korrekt auszuführen:
- Startposition: Setzen Sie sich auf eine Hantelbank mit Rückenlehne. Nehmen Sie in jede Hand eine Kurzhantel. Die Hanteln halten Sie vor Ihrer Brust, die Handflächen zeigen zu Ihnen, die Ellenbogen sind angewinkelt.
- Die Aufwärtsbewegung mit Rotation: Drücken Sie die Hanteln nach oben und drehen Sie dabei gleichzeitig Ihre Handgelenke nach außen. Am obersten Punkt der Bewegung sollten Ihre Handflächen nach vorne zeigen, ähnlich wie beim normalen Schulterdrücken. Die Bewegung sollte fließend und kontrolliert sein.
- Die Abwärtsbewegung mit Rotation: Führen Sie die Hanteln langsam und kontrolliert wieder nach unten. Drehen Sie dabei Ihre Handgelenke wieder nach innen, sodass die Handflächen am Endpunkt der Bewegung wieder zu Ihnen zeigen.
- Atmung: Atmen Sie beim Hochdrücken aus und beim Herablassen der Hanteln ein.
Wann und warum Sie diese komplexe Übung in Ihren Plan integrieren sollten
Die Arnold Press ist eine anspruchsvolle, aber äußerst lohnende Übung. Ich empfehle sie, wenn Sie:
- Eine umfassende Schulterentwicklung anstreben: Durch die Rotation werden alle drei Deltaköpfe effektiv angesprochen, was zu einer runderen und volleren Schulter führt.
- Abwechslung in Ihr Training bringen möchten: Sie ist eine tolle Alternative zum klassischen Schulterdrücken und kann neue Reize setzen.
- Ihre Koordination verbessern wollen: Die komplexe Bewegung schult die inter- und intramuskuläre Koordination.
Aufgrund ihrer Komplexität würde ich die Arnold Press eher fortgeschrittenen Athleten empfehlen, die bereits eine gute Körperbeherrschung und Technik beim normalen Schulterdrücken haben. Beginnen Sie mit leichteren Gewichten, um die Bewegung sauber zu erlernen.
Ihr Trainingsplan für zu Hause: So kombinieren Sie die Übungen effektiv
Nachdem wir nun die wichtigsten Schulterübungen mit Kurzhanteln detailliert besprochen haben, ist es an der Zeit, diese in einen strukturierten Trainingsplan zu integrieren. Ob Sie Anfänger oder Fortgeschrittener sind, ein gut durchdachter Plan ist der Schlüssel zu Ihrem Erfolg. Ich habe hier zwei Beispiele für Sie vorbereitet, die Sie an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können.
Beispiel-Workout für Anfänger: Fokus auf Technik und Sicherheit
Als Anfänger ist es entscheidend, sich auf die korrekte Technik zu konzentrieren und die Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Starten Sie mit moderaten Gewichten und erhöhen Sie diese erst, wenn Sie die Übung sauber ausführen können.
Ziel: Technik lernen, Muskelausdauer aufbauen
| Übung | Sätze | Wiederholungen | Pause zwischen den Sätzen |
|---|---|---|---|
| Sitzendes Schulterdrücken mit Kurzhanteln | 3 | 10-12 | 60-90 Sekunden |
| Sitzendes Seitheben | 3 | 12-15 | 60 Sekunden |
| Vorgebeugtes Seitheben (auf Schrägbank) | 3 | 12-15 | 60 Sekunden |
Mein Tipp für Anfänger: Führen Sie jede Wiederholung bewusst langsam aus und spüren Sie den Muskel. Ein Training von 1-2 Mal pro Woche ist für den Anfang ausreichend.
Beispiel-Workout für Fortgeschrittene: Intensität steigern für maximales Wachstum
Fortgeschrittene Athleten können die Intensität durch komplexere Übungen, höhere Gewichte und angepasste Wiederholungsbereiche steigern, um maximales Muskelwachstum zu stimulieren.
Ziel: Muskelaufbau (Hypertrophie), Kraftsteigerung, umfassende Schulterentwicklung
| Übung | Sätze | Wiederholungen | Pause zwischen den Sätzen |
|---|---|---|---|
| Stehendes Schulterdrücken mit Kurzhanteln | 3-4 | 8-10 | 90-120 Sekunden |
| Arnold Press | 3 | 10-12 | 75-90 Sekunden |
| Seitheben (stehend, supersatz mit sitzendem Seitheben) | 3 | 12-15 (stehend), dann direkt 8-10 (sitzend) | 90 Sekunden |
| Vorgebeugtes Seitheben | 3 | 12-15 | 60-75 Sekunden |
| Einarmiges Frontheben | 2 pro Arm | 12-15 | 45-60 Sekunden |
Mein Tipp für Fortgeschrittene: Achten Sie auf die progressive Überlastung. Versuchen Sie, entweder das Gewicht, die Wiederholungszahl oder die Anzahl der Sätze von Training zu Training leicht zu steigern.
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Sätze, Wiederholungen und Pausen: Die optimalen Parameter für den Muskelaufbau
Um den Muskelaufbau (Hypertrophie) optimal zu stimulieren, haben sich bestimmte Trainingsparameter als besonders effektiv erwiesen:
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Wiederholungen:
- Für Grundübungen wie das Schulterdrücken empfehle ich einen Bereich von 8-12 Wiederholungen. Hier können Sie mit etwas mehr Gewicht arbeiten, um Kraft und Masse aufzubauen.
- Für Isolationsübungen wie Seitheben, vorgebeugtes Seitheben oder Frontheben sind höhere Wiederholungszahlen von 12-20 Wiederholungen oft effektiver. Hier geht es darum, den Muskel gezielt zu reizen und eine gute Muskel-Geist-Verbindung aufzubauen.
- Sätze: In der Regel sind 2-4 Sätze pro Übung optimal. Mehr Sätze können bei fortgeschrittenen Athleten sinnvoll sein, um die Intensität zu erhöhen.
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Pausen: Die Pausenlänge ist entscheidend für die Erholung und die Leistungsfähigkeit im nächsten Satz.
- Bei Grundübungen mit höheren Gewichten sind 90-120 Sekunden Pause sinnvoll, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen.
- Bei Isolationsübungen mit geringerem Gewicht reichen oft 45-75 Sekunden Pause aus.
Das wichtigste Prinzip für langfristigen Erfolg ist die progressive Überlastung. Das bedeutet, dass Sie Ihre Muskeln kontinuierlich vor neue Herausforderungen stellen müssen. Sobald Sie die vorgegebene Wiederholungszahl mit sauberer Technik erreichen, versuchen Sie, das Gewicht leicht zu erhöhen oder eine zusätzliche Wiederholung zu schaffen. Nur so geben Sie Ihrem Körper einen Grund, stärker zu werden und Muskeln aufzubauen.
